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Lieber einmal mehr zum Arzt
Lieber einmal mehr zum Arzt

Professor Dr. Mario Colombo-Benkmann erklärt, warum es so wichtig ist, auch kleine Blutungen beim Toilettengang abklären zu lassen – vor allem bei familiärer Vorbelastung mit Darmkrebs.

Viele Menschen bemerken irgendwann mal Blut auf dem Toilettenpapier. Wie sollte man darauf reagieren?
In jeder Altersgruppe kann Blut auf dem Toilettenpapier, in der Toilette, dem Stuhl aufliegend beziehungsweise mit ihm vermengt und in der Unterwäsche auftreten. Häufig ist das ein Zeichen für Hämorrhoiden. Aber man kann anhand der Blutung nicht sagen, um welche Krankheit es
sich handelt, daher empfiehlt sich grundsätzlich immer eine Abklärung. Das gilt ganz besonders für Verwandte von bereits an Darmkrebs oder
chronischen Darmentzündungen Erkrankten. Diese haben ein erhöhtes Risiko. 

Welche Altersgruppe sollte ein besonderes Augenmerk darauf haben?
Ab dem 50. Lebensjahr steigt die Anzahl der Menschen die an einem Dick- oder Enddarmkrebs erstmalig erkranken stark an, wobei Männer
früher erkranken als Frauen. Grundsätzlich kann man sagen: Je höher das Lebensalter, desto höher das Erkrankungsrisiko. Die unterschiedlichen
Vorsorgeprogramme wie Untersuchungen auf für das Auge nicht sichtbares okkultes Blut im Stuhl oder eine Dickdarmspiegelung haben Menschen
ab dem 50. Lebensjahr als Zielgruppe. Daher sollte ab diesem Alter, wenn Blut beobachtet worden ist, eine Dickdarmspiegelung durchgeführt werden.
Bei familiärer Belastung für bösartige Dickdarmdarmtumoren gegebenenfalls schon früher.

Und wenn man beispielsweise erst 40 ist? 
In meiner Praxis habe ich sehr viele jüngere Patienten, die Blut auf dem Toilettenpapier oder im Stuhl beobachten. Hier kommt es sehr auf eine
gründliche Erhebung der Krankengeschichte an. In dieser Altersgruppe ist das Risiko für Darmkrebs niedrig. Bei schmerzlosen Blutungen ist
eine der ersten Untersuchungen eine Afterspiegelung. So kann sehr schnell festgestellt werden,
ob Hämorrhoiden vorliegen oder nicht. Durch geeignete Behandlungsmethoden kann hier sehr rasch geholfen werden. Nicht empfehlenswert sind
allerdings Cremes oder Salben. Diese können zwar die Beschwerden lindern, aber heilen können sie die Hämorrhoiden nicht. Ab dem 50. Lebensjahr
würde ich jedoch stets zu einer Dickdarmspiegelung beim Gastroenterologen raten.

Was, wenn ein Dickdarmpolyp gefunden wird?
Durch die enormen Fortschritte der flexiblen Endoskopie können Gastroenterologen die allermeisten Polypen im Rahmen der Dickdarmspiegelung
komplett entfernen, ohne dass für den Patienten eine zusätzliche Belastung entsteht.
Die Polypen müssen vom Pathologen untersucht werden. Werden dabei Polypen mit einem erhöhten
Risiko für eine Krebsentwicklung oder Krebsvorstufen entdeckt, kann eine Wiederholung der Spiegelung zum Beispiel nach einem Jahr
notwendig sein. Stellt sich in der mikroskopischen Untersuchung heraus, dass der Polyp bösartig ist, müssen gegebenenfalls weitere Untersuchungen
beziehungsweise Behandlungen bis hin zu einer OP erfolgen. Das ist aber ganz von der individuellen Situation des Patienten abhängig.

Wenn das nicht mehr ausreicht, was wäre dann der nächste Schritt?
Bei bösartigen Tumoren des Dick- und Enddarmes ist in den meisten Fällen die Operation die Therapie der Wahl. Die Entscheidung, welche
Therapie zur Anwendung kommt, wird in Tumorkonferenzen getroffen. Hier sind Experten der unterschiedlichen Fachrichtungen vertreten,
welche sich mit der Behandlung von End- und Dickdarmkrebs befassen. Hierdurch kann für jeden einzelnen Patienten die erfolgversprechendste
Behandlung festgelegt werden. Ist eine Operation notwendig, so sollte diese, insbesondere wenn der Enddarm betroffen ist, von einem auf diesem Gebiet erfahrenen Chirurgen durchgeführt werden. Dieser sollte auch die Schlüssellochchirurgie beherrschen, denn die meisten bösartigen Darmtumoren können heutzutage schonend operiert werden.

Wie aggressiv ist Dickdarmkrebs und wie hoch ist das Risiko für Metastasenbildung?
Weltweit handelt es sich um die dritthäufigste bösartige Erkrankung. Zum Zeitpunkt der Diagnosestellung haben etwa 20 Prozent der
Patienten mit einem Dick- oder Enddarmkrebs bereits Metastasen; mehr als 50 Prozent versterben letztendlich an den Folgen. Deswegen ist die
Früherkennung so wichtig. Diese Patienten benötigen zusätzlich zur Operation eine Chemotherapie im Falle von Enddarmkrebs in Kombination mit
einer Bestrahlung.

 

Prof. Dr. med. Mario Colombo-Benkmann
Viszeralchirurg, Koloproktologe
Proktologikum Zürich · Wallisellenstrasse 301 a
T: +41 (0)44 557 27 67 · E: proktologikum@hin.ch
Privatklinik Bethanien
www.klinikbethanien.ch

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